01 März 2015

Blog-Battle #5 - Fasten

Also, wenn ich das Wort Fasten höre oder lese, dann geht mein erster Gedanke in Richtung Religion. Ob nun bei Katholiken, Orthodoxen, Evangelisten oder Muslimen. Irgendeiner fastet immer aus irgendeinem Grund. Mir erschließt sich das warum zwar nicht, aber das ist ja auch egal.
Mein Beitrag hier und heute stützt sich zum größten Teil auf die Aussagen von Wikipedia, da ich mich persönlich noch nie mit dem Thema Fasten befasst habe und somit ohne Wikis Hilfe überhaupt nichts dazu sagen könnte.

Beginnen wir zunächst mit dem religiösen Fasten. Jede Religion hat ja so ihre eigene Fastenzeit. 
Die Katholiken fasten beispielsweise von Aschermittwoch bis Karfreitag. Ich hab eben in meinen Kalender geschaut und musste feststellen, dass man dabei auf mehr als 40 Tage kommt. Ist es erlaubt, länger als die 40 Tage zu fasten? Wobei die Katholiken ja mittlerweile lockerer geworden sein sollen, was das fasten betrifft: So soll nur noch am Aschermittwoch und am Karfreitag streng gefastet werden. Zudem darf Freitags kein Fleisch konsumiert werden.
Eine weitere Fastenzeit ist der Advent. Auch dort soll es sich um ungefähr 40 Tage handeln, an denen man bestimmte Dinge nicht zu sich nehmen darf. 
Im Christentum dient also das Fasten vordringlich der Vorbereitung auf Ostern, einem großen, heiligen Fest. Die 40 Tage erinnern dabei an Jesus' fastenden und betenden Aufenthalt in der Wüste. (Quelle: Wikipedia - Christentum)

Als ich den Artikel über die Orthodoxen las, kam mir doch leicht das Schlucken. Insgesamt gibt es dort vier Fastenzeiten pro Jahr.

1. Heilige und Große Fastenzeit, die sieben Wochen vor Ostern startet
2. Apostel-Fastenzeit, beginnt am ersten Sonntag nach Pfingsten
3. Mariä-Entschlafungs-Fastenzeit, dauert vom 1. August bis 14. August
4. Philippus-Fastenzeit, je nach Kalender bis 24.12. oder 06.01.

Die Philippus-Fastenzeit entspricht unserem westlichen Advent. Ich habe mir letztes Jahr ein Video auf Youtube angeschaut, bei dem an Weihnachten in einer Kirche in Moskau das Ende der Fastenzeit gefeiert wurde und ich kann sagen: Alle Achtung! :-D Aber dass die Russen ein feierfreudiges Völkchen sind, dürfte jedermann bekannt sein. (Quelle: Wikipedia - Orthodox)

Sinn und Zweck der Fastenzeit bei den Orthodoxen ist die Reinigung von Körper und Geist zur Vorbereitung auf ein großes Fest. Wie in jeder anderen religiösen Fastenzeit gelten dabei Regeln, wie beispielsweise der völlige Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier. Auch Alkohol ist meistens tabu. (Quelle: Wikipedia - Philippus-Fastenzeit)

Dann gibt es noch den Ramadan im Islam. Dort ist der Ramadan der Monat, in dem der Koran auf die Erde herab gesandt wurde, um die Menschen rechtzuleiten. Wer in diesem Monat anwesend ist - also nicht auf Reisen -, der soll fasten.
Im Gegensatz zu anderen Religion ist im Islam die Fastenzeit gesetzlich geregelt, sodass jeder, der im vollen Besitz seiner Geisteskräfte, volljährig und körperlich imstande ist, verpflichtet wird zu fasten.
Das Fasten beinhaltet dabei die Enthaltung bestimmter Tätigkeiten. Unter anderem den Verzicht auf irdische Substanzen und Speisen, Rauchen und Trunkenheit.
Ende des Ramadan ist nach einem Monat (in diesem Jahr vom 18.6. bis 16.7.). Laut Koran soll man auf die Sichtung einer Mondsichel warten, und wenn man diese sieht, beginnt der Ramadan und wenn man sie wieder sieht, endet er. 

Aber Fasten ist nicht nur in der Religion angesiedelt. Immer größere Beliebtheit erlangt das Heilfasten. Es hat keinen religiösen Hintergrund, sondern dient vielmehr der Reinigung des Körpers mit beiläufigem Gewichtsverlust. Sozusagen eine "moderne" Form der Diät, die nicht so lange dauert. Zudem gibt es beim Heilfasten jede Menge verschiedener Arten.
Die bekannteste Methode ist vermutlich die von Otto Buchinger, die mir bei meiner Wissensaneignung zum Fasten immer wieder über den Weg lief. Beim Buchinger-Heilfasten nimmt man lediglich Brühe und Säfte zu sich. Und wenn es mit der Verdauung nicht klappt, kommen Klistier (Einläufe) zum Einsatz.
Eine weitere Methode des Fastens stellt die F.-X.-Mayr-Kur dar. Hierbei werden Milch und Semmeln zu sich genommen. Allerdings soll sie umstritten sein.
Neuester Beliebtheit erfreut sich das Saftfasten. Auf immer mehr Blogs findet man Einträge zum Thema Detox oder Saftfasten. Dabei werden über einen bestimmten Zeitraum ausschließlich Säfte aus Obst und Gemüse zu sich genommen, eventuell zusätzlich Tee und Wasser.

Im Großen und Ganzen war das bis jetzt nur eine Zusammenfassung verschiedener Fastenarten. 
Aber um den Post nicht gänzlich so langweilig dastehen zu lassen, kommt nun noch mein persönlicher Senf dazu: Was das religiöse Fasten anbelangt, möchte ich mich fast bedeckt halten. Es obliegt jedem selbst, ob er aus religiösen Gründen fastet oder nicht, um seinen Körper und seine Seele zu reinigen und so dem großen Fest entgegenzutreten. Mir erschließt sich leider die Begründung des Fastens in den Religionen nicht. Man fastet - also verzichtet auf bestimmte Lebensmittel oder gar Tätigkeiten - um sich auf ein großes Fest vorzubereiten. Aber warum? Ich meine, ich kann mich doch auch auf Weihnachten vorbereiten und trotzdem Rührei mit Speck essen, danach ein Bier trinken und hinterher mit meinem Freund ins Bett gehen. Die Seele ist sowieso befleckt, da würde auch kein Fasten helfen, da müsste man schon die gesamte Gesellschaft umkrempeln, um wieder ins Reine zu kommen. Zudem würde mir eine Fastenzeit wahrscheinlich körperlich nur schaden, vom finanziellen Aspekt mal ganz abgesehen.
Und beim Heilfasten sieht es ähnlich aus. Grundsätzlich werden die verschiedenen Heilfasten-Kuren nur körperlich völlig gesunden Menschen empfohlen. Interessant fand ich auch die Kritik der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): "Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff ‚Entschlacken‘ ist wissenschaftlich nicht begründbar. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden." (Quelle: Wikipedia - Heilfasten)
Und Nebenwirkungen können diese Heilfasten-Kuren auch hervorrufen. Was würde es mir bringen, wenn ich den ganzen Tag Saft trinke, meinen Körper damit entschlacke und säubere (vielleicht auch mental), aber nach drei Tagen immer noch nicht aufs Klo gehen kann, weil der Magen gar nichts zum Verdauen bekommt? Oder ich mich am Ende mit Nieren- oder Blasensteinen rumplagen muss?

Natürlich obliegt es am Ende jedem selbst, ob er fastet oder nicht. Ich kann für mich sagen - nach dem, was ich jetzt so gelesen habe -, dass ich wohl niemals fasten werde, denn dafür hat das Leben viel zu viele süße, kleine Sünden zu bieten. :-)

Hier kommt ihr zu den Beiträgen meiner Mitstreiter:
Wetterschaf (setzt aus)

Kommentare:

  1. Vorweg: Deine Schriftart scheint zu viel gefastet zu haben. Sie ist ziemlich klein und schlecht lesbar.
    Ein schöner Aufsatz zum Battle-Thema, aber für meinen Geschmack zu sehr Aufsatz und zu wenig Blog-Battle-Feeling. Im letzten Absatz verstehe ich etwas nicht: Wenn Du auf Zigaretten, Nahrung und Softdrinks verzichtest und statt dessen nur Wasser und Tee trinkst, hat das eher positive als negative finanzielle Folgen - Du sparst Geld für Nahrungsmittel und noch viel mehr für Räucherwaren.
    2-

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hab mein Kleidchen bearbeitet, jetzt dürfte die Schrift nicht mehr so abgemagert sein ;-)

      Löschen
  2. Für mich ein sehr guter Aufsatz dazu, gut recherchiert und ausführlich. Was die Schriftart angeht, dasd muss ich Sebastian schon recht geben, die solltest du einmal überdenken ... Von mir dafür eine 2+

    AntwortenLöschen
  3. Sehr gut geschrieben, der sachliche Teil ist mir ein bisschen zu lang, 2+.

    AntwortenLöschen
  4. Schön sachlich und Fakten reich :D Ich mag´s so hab ich wieder was gelernt am Sonntag!

    AntwortenLöschen
  5. Du reißt viele verschiedene Themen kurz an und gibt einen guten Überblick. Für jemanden, der ähnlich wenig wusste, ein gelungener Post. Da ich mich aber zum Thema katholisch doch relativ gut auskenne, möchte ich dazu gern einige Anmerkungen machen:
    Gefastet wird bis KarSAMSTAG. Da jeder Sonntag ein Fest und somit "fastenfrei" ist, beträgt die katholische Fastenzeit GENAU 40 Tage. In Erinnerung an Jesu, wie du gesagt hast, aber auch weil die Zahl 40 eine große symbolische Bedeutung hat. So ist zum Beispiel auch das Volk Israel (die Vorfahren der Juden, wenn du so willst) 40 Jahre durch die Wüste gewandert, ehe Gott sie in ihr Land geführt hat.
    Die Protestanten machen übrigens 7 Wochen daraus, also beginnen schon am Sonntag vor Aschermittwoch und haben keine sonntäglichen Pausen.
    Wer auf Reisen ist, schwanger, krank oder minderjährig (ich glaube unter 14) muss oder soll übrigens auch nicht fasten.
    Im heutigen Verständnis ist das Fasten zur Vorbereitung auf Ostern (übrigens DAS wichtigste Fest überhaupt) nicht mehr ein einfach nur Verzicht auf alles, was einem schmeckt, sondern das bewusste Weglassen von Dingen, die einem nicht gut tun (wie z.B. übermäßiger Alkohol- und Zigarettenkonsum, aber auch Handynutzung etc.). Damit man sich wieder auf die Dinge konzentrieren kann, die im Leben wirklich wichtig sind. Fasten kann auch heißen: Sich Zeit nehmen für etwas, dass man im Alltag oft vernachlässigt. Sozusagen eine Veränderung des eigenen Lebensstils hin zu einem, mit dem man sich besser fühlt.
    Übrigens ist niemand mehr zum Fasten gezwungen, obwohl viele (vor allem ältere) Katholiken gerade das mit dem fleischlosen Freitag immer noch konsequent machen. Das ist übrigens zur Erinnerung an Jesu Tod (Karfreitag).

    Ich hoffe, du nimmst mir meinen ausschweifenden Kommentar nicht übel, aber ich dachte, wer so gar nichts weiß, ist vielleicht für ein paar kleine Infos dankbar. Was du darüber denkst, bleibt ja dir überlassen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nein, keine Bange. Ich hab einiges davon auch auf Wikipedia gelesen - also mit der 40 -, aber ich wollte nicht auf jedes Detail im Einzelnen eingehen :-)

      Löschen
    2. Ist ja auch ok.
      Wikipedia ist halt nicht immer die zuverlässigste Quelle....
      Und der katholische Glaube ist ja generell so vielschichtig und kompliziert, dass man allein über die ganzen Traditionen und Regeln einen eigenen Blog führen könnte. Und dann bleibt ja immer noch die Frage, wie viel man davon selbst für gut hält.

      Löschen